Kanzlerbesuch in Paderborn
Bei seinem ersten Besuch in Paderborn hat der Bundeskanzler Gerhard Schröder unter anderem auch das L-LAB besucht.
|
Die Nacht zum Tag machen, permanent mit Fernlicht fahren und trotzdem niemanden blenden: Bundeskanzler Gerhard Schröder konnte diese Zukunftsvision bei seinem Besuch im L-LAB am 5. Juli 2005 live erleben. Die Wissenschaftler des L-LAB präsentierten dem Bundeskanzler die von ihnen entwickelten Technologie-Demonstratoren und zeigten auf, wie die automobile Lichttechnik der Zukunft aussehen könnte. L-LAB ist ein Forschungsinstitut für Lichttechnik und Mechatronik, das in einer Public Private Partnership von der Universität Paderborn und dem Automobilzulieferer Hella KGaA Hueck & Co. getragen wird. Seit dem Jahr 2000 erforschen dort etwa 20 wissenschaftliche Mitarbeiter und eine ebenso große Zahl von Studierenden Fragestellungen zur Verkehrssicherheit im nächtlichen Straßenverkehr sowie zur Mensch-Maschine-Schnittstelle im Automobil. Neben Untersuchungen der Sehleistung im nächtlichen Straßenverkehr (mesopisches Sehen) und zur visuellen Wahrnehmung werden im L-LAB vor allem interdisziplinäre Projekte unter Einbeziehung von Ingenieurwissenschaften, Psychologie, Informatik und Naturwissenschaften bearbeitet.
|
|
|
|
Beim Besuch des Bundeskanzlers erläuterten die Forscher im L-LAB zunächst die Bedeutung des mesopischen Sehens für die Sicherheit im nächtlichen Straßenverkehr. Anschließend konnte Gerhard Schröder im Nachtfahr-Simulator erfahren, wie Untersuchungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle im Automobil, etwa bezogen auf neue elektronische Fahrerassistenzsysteme, durchgeführt werden. Dabei interessiert die L-LAB-Spezialisten vor allem, wie die von elektronischen Zusatzsystemen (zum Beispiel Infrarot-Nachtsicht- oder Radar-Sensoren) gewonnenen Informationen dem Fahrer am besten zugänglich gemacht werden können, ohne seine Aufmerksamkeit von der eigentlichen Fahraufgabe abzulenken. Das L-LAB führt dazu Versuchsreihen in Testfahrzeugen und im Simulator durch, bei denen modernste Verfahren des Eye-Tracking und der Biosignalerfassung eingesetzt werden. |
|
Das im L-LAB praktizierte Kooperationsmodell von Wissenschaft und Wirtschaft findet großes Interesse weit über Paderborn und Lippstadt hinaus. Am Ende seines Besuches diskutierte Bundeskanzler Schröder mit Dr. Jürgen Behrend, persönlich haftender Gesellschafter der Hella KGaA Hueck & Co., und Prof. Dr. Nikolaus Risch, Rektor der Universität Paderborn, sowie den beiden L-LAB Vorständen Prof. Dr.-Ing. Erik Woldt (Hella) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Wallaschek (Universität) über die in der Public Private Partnership gemachten Erfahrungen und konnte sich über die Begeisterung und hohe Motivation der Partner freuen. „Im L-LAB findet hervorragende Spitzenforschung auf internationalem Niveau statt, die keiner der beiden Partner allein leisten könnte. Für uns ist diese Kooperation ein klarer Wettbewerbsvorteil“, fasste Dr. Jürgen Behrend seinen Eindruck zusammen. Uni-Rektor Prof. Risch zeigte sich zuversichtlich, dass das Paderborner Konzept zur Kooperation mit der Industrie zukunftsweisend ist: „Unsere Labs sind ein wesentlicher Pfeiler für die zukünftige Entwicklung der Universität. In Verbindung mit unseren Graduiertenzentren und den beiden Sonderforschungsbereichen sind wir im Wettbewerb der Universitäten bestens aufgestellt.“
|
|
|
Auf dem Weg ins L-LAB besuchte der Bundeskanzler außerdem die Auszubildenden der Hella-Ausbildungswerkstatt. Wie wichtig diese in direkter Nachbarschaft zum L-LAB angesiedelte Einrichtung nicht nur für die Berufsausbildung, sondern auch für die Wissenschaftler ist, stellte L-LAB Vorstand Prof. Wallaschek heraus: „Es ist ein Glücksfall, dass wir keine 50 Meter von unserem Labor entfernt eine Lehrwerkstatt haben, die beim Bau von Prototypen so begeistert mitzieht.“ | |


